​Hier und Jetzt

Eine einfache und kurze Übung für den Alltag, um im Hier und Jetzt zu sein. Warum das überhaupt wichtig ist und was Hier und Jetzt bedeutet. Wie dein Gefühlsleben intensiver wird und was das mit Sinnlichkeit und Sinnhaftigkeit zu tun hat.

In der Ruhe liegt die Kraft. Mehr als nur ein Spruch.
Kraft schöpfen wir immer aus dem Moment.

Deswegen ist es so wichtig zu lernen, im Hier und Jetzt zu sein.
Es ist unsere Kraftquelle, das Gegenmittel gegen Hektik und innere Unruhe.

2-Minuten-Übung für
das Hier und Jetzt

Schmecken, riechen, tasten, hören und sehen.

Zum Wahrnehmen brauchen wir unsere fünf Sinne. Sie geben uns die ersten Informationen zur Weiterverarbeitung. Erst dann beginnen wir zu denken. 

Um aus deinen Gedankenkaskaden wieder herauszufinden, kannst du dich auf deine fünf Sinne “besinnen”.

Kümmere dich nicht weiter um das eben Gedachte oder Erlebte, sondern frage dich: Wie riecht es gerade? Welche Temperaturen herrschen? (Für den Tastsinn) Was höre ich? Diese drei Sinne reichen oft schon aus. 

Sehen würde ich zu Anfang ganz bewusst weglassen, weil das häufig wieder ins Grübeln mündet.

Die bewusste Wahrnehmung über deine fünf Sinne katapultiert dich geradewegs ins Hier und Jetzt. Du brauchst dazu kaum Zeit zu investieren, ja noch nicht einmal zu meditieren. 

​Kleine Einheiten im Alltag

Nimm dir vor, zweimal täglich diese Übung zu machen. Am effektivsten ist es, du planst schon gezielt, wann und in welcher Situation du das machen möchtest.

Ein Beispiel:
Wenn du morgens die Schlüssel in die Hand nimmst, um das Haus zu verlassen, rieche, fühle und höre für einen Moment.

Wenn du abends zum ersten Mal auf die Couch sitzt, rieche, fühle und höre bewusst.

Mit minimalem Zeiteinsatz kannst du dich auf diese Art zweimal täglich ins Hier und Jetzt versetzen. Das dauert keine zwei Minuten und lässt sich in jeden noch so stressigen Alltag einbauen.

Selbst wenn gerade deine Kinder kreischen: Höre ganz bewusst hin, fühle die Temperatur oder Unterlage, auf der du gerade sitzt und schnuppere einen Moment. Nach diesen Sekunden kannst du dich der Ursache des Kinderkonflikts kümmern und bist nebenbei auch noch ruhiger geworden.

Im Hier und Jetzt zu sein beruhigt. Die Gedanken halten inne und das allgemeine Tempo wird gedrosselt. Du begibst dich von der Autobahn in die 30er Zone zum Cruisen. Denn du hast gerade nichts vor und kein bestimmtes Ziel.

(Für alle, die schon bei mir im Kurs waren: Die Hier-und-Jetzt-Wahrnehmung kannst du wunderbar mit der Übung für Achtsamkeit verbinden. Beide ergänzen sich und gehören irgendwie zusammen.)

Warum ist es so wichtig im
Hier und Jetzt zu sein?

Unser Leben findet immer nur i​n diesem Moment statt. Nur jetzt können wir erleben und erfahren was uns geschieht. 

Was gewesen ist können wir nicht mehr gestalten und darüber was sein wird, haben wir jetzt noch keine Macht.

Unsere Gefühlswelt macht leider keinen Unterschied zwischen reiner Vorstellung und dem, was wirklich geschieht. Indem du Vergangenem nachhängst, erzeugst du exakt die gleichen Gefühle wie beim wirklichen Erleben dieser Sache. Mitsamt den dazu gehörenden Hormonen. So kann dich eine Angelegenheit immer weiter stressen und unglücklich machen.

Und wenn du dich gedanklich dauernd in der Zukunft aufhältst, versuchst du entweder der Gegenwart zu entfliehen oder machst dir Sorgen. 

Sorgen versetzen dich in angstähnliche Zustände und auch hier erzeugt die innere Vorstellung die gleichen Gefühle als geschähe es dir wirklich.

Natürlich gibt es konstruktives Pläneschmieden, verantwortliche Vorbereitungen treffen und schöne Erinnerungen. In diesem Beitrag soll es um die destruktiven Aspekte gehen, die uns den Zugang zum Hier und Jetzt verweigern.

Sinnlichkeit und Sinnhaftigkeit

Im Hier und Jetzt zu sein verleiht uns Lebendigkeit. Das Leben wird intensiver und gleichzeitig ruhiger. Wir spüren (uns) wieder mehr.

Die meisten Menschen setzen auf starke Reizeinflüsse, um Lebendigkeit zu fühlen. Das ist keine gute Strategie. Denn wir wissen aus Erfahrung oder Beobachtung anderer, dass die Reize immer stärker werden müssen, um noch etwas fühlen zu können.

Es ist wirklich so: Je ruhiger wir werden, desto intensiver ist unser Erleben.

Es ist also eine sehr sinnliche Angelegenheit, im Hier und Jetzt zu sein. Mit Sinnlichkeit verbinden die meisten Menschen erotische Erlebnisse. Das ist aber nur ein Aspekt von Sinnlichkeit. Ein anderer ist, körperlich etwas genussvoll und bewusst erleben zu können. Wie schon die erste Silbe verrät, führt der Weg über die Sinne.

Sinnlichkeit im Hier und Jetzt

www.dompierre.eu

​Gegen die Zeitverschwendung

Neben Ausgeglichenheit, Ruhe und Genussfähigkeit stellt sich auch das Gefühl der  Sinnhaftigkeit in deinem Leben ein. 

Wenn es dir durch regelmäßiges Üben gelingt immer öfter im Hier und Jetzt zu sein, bist du immer mehr bei dem, was du gerade tust. Auch bei dem Menschen, mit dem du gerade zusammen bist. Und ja, auch bei den unangenehmen Dingen, die gerade anliegen.

Damit verschwindet dann langsam das Gefühl, deine Zeit mit etwas zu vergeuden. Es gibt kaum etwas Unerträglicheres für den wohlstandsgeplagten Menschen der westlichen Welt als Sinnlosigkeit. Dieses beklemmende Gefühl von verplemperter Lebenszeit und verpasster Möglichkeiten.

Das passiert dir im Hier und Jetzt nicht mehr. Du bist gerade immer richtig und wirst das Beste aus der Situation machen. Oder du wirst merken, dass du gegenwärtig deine Zeit nicht sinnvoll einsetzt und beendest im besten Falle diesen Zustand. Das stiftet Sinn.

​Meditation ist das
ultimative Hier und Jetzt

In der Meditation üben wir im Hier und Jetzt zu sein.

Wir finden es im Raum zwischen zwei Gedanken. Je ruhiger unser Gedankenstrom wird, desto häufiger tut sich dieser Zwischenraum auf. Und desto länger dehnt er sich aus. D​ort findet Meditation statt. Es ist das Hier und Jetzt.

Indem du regelmäßig meditierst, begibst du dich für die Zeit der Meditation bewusst in den Zustand, wo du das Hier und Jetzt finden kannst. Es sind zu Beginn deines Meditationsweges immer nur Momente, in denen du in diese Zwischenräume eintauchst. Mit fortschreitender Praxis dehnen sie sich aus und werden häufiger.

Diese Erfahrung überträgt sich dann irgendwann auf dein Alltagsbewusstsein. Dazu ist es nötig, täglich in die Meditation zu gehen.
In Kombination mit der 2-Minuten-Übung oben beschleunigst du den Prozess.
​Auch wenn du noch nicht meditierst (warum eigentlich nicht  🙂 ?), hilft dir diese kurze Übung, immer mehr im Hier und Jetzt zu sein.

Die Stille im Kopf - nach der wir uns so sehnen - liegt im Moment. Jetzt.

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